Wasserwerte:  pH 5,8   LW 350   KH 0   GH 5

Futter:Lebendfutter / Rote Mückenlarven und Artemia

 

Diesen kleinen aber feinen Kampffisch habe ich(stand 30.10.2018) erst seit 2 Wochen bei mir.

Er fällt sofort durch seine dunkle, schon fast schwarze Grundfärbung auf. Besonders schön leuchten dabei seinen tiefblauen Augen auf. Ich habe ein Pärchen in etwa 3 cm Größe erhalten. Das Männchen lässt sich vom Weibchen relativ simpel unterscheiden. Es hat rötliche Kiemendeckel, welche beim Imponiergehabe schön zu sehen sind. Ansonsten müsste man auf das Balzverhalten warten. Dort ändert das Weibchen fast komplett ihr Aussehen. Wenn man es nicht besser wüsste, würde man denken man hat einen anderen Fisch im Aquarium. Das Weibchen bekommt plötzlich 4 Längsstreifen(gelblich/schwarz).

Als ich die Fische bekommen hatte, begann bei mir die Überlegung in welches Becken sie sollten. Ich hatte zu dem Zeitpunkt das Ziel sie in Ruhe aufwachsen zu lassen, da sie noch sehr klein und schmächtig waren. 

Ich hatte ein 60cm langes Becken(60x25x20cm), welches in 3 Abteile unterteilt ist. Dieses Becken habe ich extra anfertigen lassen, um dort Garnelen gezielt zu verpaaren. Die Abteile sind mit jeweils 2 Bohrungen in der Glasscheibe verbunden. In die Bohrungen habe ich grobe Filterschwämme gesteckt, damit in dem gesamten Becken die gleichen Wasserparameter sind. Dadurch hat man den Vorteil Fische oder Garnelen von einem ins andere Abteil setzen zu können, ohne diese über längere Zeit umgewöhnen zu müssen. Im linken Abteil habe ich einige Caridina (RedBee prl) und für diese Garnelen ist auch das ganze Setup in allen 3 Becken gemacht. Der Bodengrund besteht aus Soil, dieser senkt den pH-Wert im Becken. Als Filter dienen Luftheber, diese können sehr fein eingestellt werden. In dem mittleren Abteil habe ich keinen Filter. Hier sollten dann die Hendras einziehen. Das Wasser bei mir ist sehr weich. Ich nutze dafür Osmosewasser, welches ich nur mit GH+ auf 250mS auf salze. Also sehr weiches Wasser ohne KH(Karbonathärte), weswegen ich auch einen pH-Wert von etwa 5,5 erhalte(durch das Soil). In dem Becken habe ich dann Tonröhren, etwas Javamoos (für die Jungfische) und als Schwimmpflanze Muschelblumen. Die gesamte Wasseroberfläche ist mit den Muschelblumen zugewachsen. Einige Seemandelbaumblätter runden das Becken ab.

So nachdem nun das Pärchen eingezogen ist hieß es Geduld, dachte ich zumindest. Ich füttere die Beiden jeden Tag mit frischen lebenden Artemia. Ich habe auch lebende weiße Mückenlarven probiert, diese scheinen allerdings zu groß zu sein und werden kaum genommen. Was auch gerne gefressen wurde waren rote Mückenlarven. 

Eines Morgens kam ich in meine Zuchtanlage und guckte in das Becken der Hendra. Beide lagen regungslos und als U geformt an der Oberfläche. Ich dachte schon dass es das gewesen ist. Doch plötzlich bewegten sich beide wieder und ich sah das Schaumnest. Ich konnte es kaum glauben, dass diese „Zwerge“ laichten. Etwa 5 Stunden später bewachte das Männchen schon ganz akribisch das Nest und ich entschied das Weibchen in das andere Abteil umzusetzen. Dies war durch das gleich Wasser im gesamten Becken problemlos machbar. Schnell noch eine Abdeckscheibe auf das Abteil und alle waren zufrieden. Achso , das ist auch ein sehr entscheidender Punkt! Man sollte bei dieser Art immer das Becken abdecken, damit man nicht mal böse überrascht wird. Nun aber zurück zu den Fischen! Das Männchen pflegte nun die nächsten Tage das Nest und sortierte fleißig die Eier. Schon einige Tage später konnte man schon die Larven entdecken. Das Männchen sammelte immer die Larven, welche zu Boden sanken, auf und packte sie wieder ins Nest. Wiederum einige Tage später konnte man schon die kleinen „Freischwimmer“ sehen. Nun wurde es auch für das Männchen Zeit umzuziehen. Bei mir ist es immer so, dass ich die Männchen von den Jungen trennen sobald diese schwimmen. Ab diesem Tag fütterte ich auch Infusorien zu und fing auch schon an Essigälchen anzubieten. Die Jungen jagen den Älchen schon schön nach. Dadurch dass Moos im Becken ist, gibt es auch dort schon genug Kleinstlebewesen, welche als Anfangsnahrung dienen. Die kleinen entwickeln sich bis jetzt sehr gut. Ich kann allerdings momentan nicht genau sagen wieviel es sind. 

Die Eltern interessierten sich die nächste Zeit nicht besonders für einander. Ich fütterte nun wieder täglich damit beide wieder zu Kräften kommen konnten. Etwa 2 Wochen, nachdem ich das Männchen von den Jungen trennte baute es wieder ein Nest. Ich konnte das Ablaichen gut beobachten und auch einige Bilder machen. Mal gucken wie sich dies jetzt weiter entwickelt.  

 

Betta Hendra

gallery/hendragruppe